Verlängertes Weihnachtsrückgaberecht bis zum 15. Januar 2019

Feelgood Manager

Glücklich bei der Arbeit mit einem Feelgood Manager?

Wer oder was ist denn bitte ein Feelgood Manager? Diese Frage wird sich in Deutschland noch ziemlich häufig gestellt, denn das Berufsbild des Feelgood Managers ist noch ziemlich unbekannt und nicht weit verbreitet. Im Ausland ist diese Position allerdings gerade bei jungen, modernen Unternehmen immer mehr vertreten und wird besonders von der Belegschaft unglaublich wertgeschätzt.

Eine genaue, definierte Arbeitsbeschreibung für die Rolle eines Feelgood Managers, zu deutsch also der Sich-Gut-Fühlen Manager, sucht man zur Zeit noch vergeblich. Grundsätzlich kann man allerdings sagen, dass der Feelgood Manager für das Wohlergehen der Mitarbeiter in einer Firma sorgt und gleichzeitig eine Schnittstelle zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist. 

Martin Pulpitel - ©Jan Hromádko

Martin Půlpitel ist bei dem Softwareunternehmen Ackee als Feelgood Manager tätig und er beschreibt seinen Arbeitsalltag wie folgt: “In Zusammenarbeit mit dem Office Manager und HR arbeite ich regelmäßig an Ideen für eine entspannte Arbeitsatmosphäre. Dazu gehört, dass ich neben den bedeutenden Ereignissen auch alle kleineren Änderungen im Team im Auge behalte.”

Dadurch, dass diese Rolle erst in den letzten Jahren entwickelt wurde, gibt es in Deutschland noch kein spezielles Training oder klar definierte Voraussetzungen für den Job. Auf Karriere- und Personalwesen Webseiten wird häufig nach Kandidaten gesucht, die ein abgeschlossenes Studium der Wirtschaftswissenschaften, Soziologie oder Psychologie vorweisen können. Gleichzeitig sind Offenheit, Teamfähigkeit sowie Motivations- und Begeisterungsfähigkeit von Vorteil.

Die richtigen Taschen für Ihre Karriere 

Beliebt bei Mitarbeitern und der Geschäftsleitung  

Laut einer Studie werden zur Zeit 79% aller Feelgood Manager von Start-ups oder Technologieunternehmen beschäftigt, so wie eben auch Martin Půlpitel. Für ihn liegt der Wert seiner Arbeit besonders darin, eine positive Arbeitsatmosphäre in der kompletten Firma zu kreieren: “Sind die Kollegen unzufrieden, dann steigt die Fluktuation im Team und das ist immer ein Nachteil für ein Unternehmen. Jedes Teammitglied muss wissen und fühlen, dass er/sie ein wertvoller Bestandteil des Teams ist und dass wir ihn/sie wertschätzen. Ansonsten suchen sich die Leute einfach einen anderen Job. Es ist völlig unnötig, heutzutage durch Eigenverschulden wertvolle Teammitglieder zu verlieren. Das ist auch keine gute Referenz für ein Unternehmen.“

Die Rolle eines Feelgood Managers ist also nicht nur für die Mitarbeiter ein großer Gewinn, sondern auch für die Geschäftsleitung kann dieser Job ganz neue Türen öffnen. Unternehmer Martin Brosy hatte in seiner letzten Firma eine Feelgood Managerin angestellt. Für ihn war diese Einstellung “ein Ausdruck von Wertschätzung für die grandiose Arbeit der Mitarbeiter.” Aber auch von Unternehmerseite hat sich für ihn die neue Rolle gelohnt, denn die Anstellung sollte “auch Bewerber/innen von unserer Firma überzeugen.” Auch Půlpitel bestätigt, dass ein Feelgood Manager für das Recruitment unglaublich wichtig ist, denn “es ist natürlich ein Vorteil, wenn kluge Köpfe den Ruf des Unternehmens schon kennen und es sich deshalb aussuchen.”

Feelgood Manager

Nicht der Klassenclown oder die Ersatzmama

Dadurch, dass die Rolle eines Feelgood Managers von Unternehmen zu Unternehmen stark variiert, entstehen allerdings auch Probleme. Martin Brosy erinnert sich, dass er vor dem Arbeitsbeginn der von ihm eingestellten Feelgood Managerin erst einmal die Rahmenbedingungen mit seinen Mitarbeitern besprechen musste. In einer Ansprache hat er dem Team klargemacht, dass die neue “Feelgood Managerin keine „Sklavin“ oder Ersatzmutter ist, die einem alles hinterher räumt.” Auch die eigentliche Jobbezeichnung als Feelgood Manager sieht Brosy sehr kritisch, denn dieser Titel suggeriert ein völlig falsches Rollenbild. Laut Martin Brosy ging es bei der Einstellung der Feelgood Managerin “zu keiner Zeit darum, die Mitarbeiter zu animieren und ihnen während der Arbeitszeit unvergessliche Momente zu schenken.” Seiner Meinung nach entspricht ein “dauerhaft gut gelaunter und sich ständig um die Bedürfnisse der Mitarbeiter kümmernder Feel-Good-Manager nicht der Realität”.

Vielmehr geht es im Alltag unter anderem darum, zusammen mit der Belegschaft kleine Aktionen zu entwickeln, die das Team zusammenschweißen oder für frischen Wind im Arbeitsalltag sorgen. Eine dieser Aktionen, die Martin Půlpitel in seiner Rolle als Feelgood Manager entwickelt hat, ist zum Beispiel ein Tag, an dem jedes Teammitglied während der Arbeitszeit einer anderen Tätigkeit nachgehen kann. Er erzählt, dass ein Kollege wissen wolle, wie es ist, “als Koch in einem berühmten Prager Restaurant zu arbeiten. Er liebt es zu kochen. Am Ende war er aber trotzdem froh, wieder in seinen gemütlichen Schreibtischstuhl zurückkehren zu dürfen, weil ihm der Rücken vom Stehen so weh tat.”

Auch wenn das Berufsbild in Deutschland zurzeit noch Seltenheitswert hat, so ist die Rolle des Feelgood Managers sicherlich etwas, was besonders in Märkten mit Fachkräftemangel in Zukunft häufiger gesehen werden wird. Denn wie Unternehmer Martin Brosy es zusammenfasst: “Wer seine Mitarbeiter immer auf ein neues Niveau pusht und von ihnen viel abverlangt, der muss seine eigenen Versprechen einhalten und für die Verbesserung der Lebensumstände des Mitarbeiters kämpfen.” Und genau da kommt ein Feelgood Manager ins Spiel.

 

 

Vielen Dank an Martin Půlpitel von Ackee und Martin Brosy von Cinestock für die Zusammenarbeit für diesen Beitrag.